Duesseldorf: Filmregisseur Tomislav Vujcic über sein Werk Shelas Escape

INTERVIEW

„Auf der anderen Seite der Angst wartet etwas Wunderbares“

Von Martial Arts zur Mode: Düsseldorfer Filmregisseur Tomislav Vujcic

über sein neustes Werk „Shela’s Escape“

January 2025

Premiere Shela's Escape von Regisseurs Tomislav Vujcic im Nio-House Düsseldorf

Links ©Lizzie Fedi, Rechts: Courtesy of the artist

Einige der bekanntesten Kreativen Düsseldorfs stemmen gemeinsames Filmprojekt

Düsseldorf, Januar 2025: Shela's Escape“, das neueste Meisterwerk des mehrfach ausgezeichneten Regisseurs Tomislav Vujcic  feierte  seine Premiere im Nio-Haus, Düsseldorfs In-Location am Kö-Bogen. Das gesellschaftskritische Werk wirft einen Blick hinter die Kulissen des Modelbusiness, hinter die Fassade von Schönheit und Perfektion. Der Star-Solotänzer Odsuren Dagva vom Ballett am Rhein spielt in dem Film eine Hauptrolle.


Wie kann man so viele hochkreative Menschen unter ein Dach bringen?

Tomislav Vujcic verfolgte konsequent seine kreative Vision und schaffte es, ein breites Spektrum an Kreativität in einem 8-minütigen Film zu komprimieren. Mit Hilfe der bekannten Influencerin und Gründerin von SC-Fashionbook Salomé Chaboki schrieb er ein ursprüngliches Drehbuch in ein neues Stück um, das in der Modewelt spielt. Die Rolle des selbstzweifelnden Models übernahm Newcomerin Jeanette José ,in den sozialen Medien als Lockdown Cole bekannt . Als sie an dem Druck im Film zu verzweifeln beginnt, kommt ihr ein Lehrer zu Hilfe. Für diese Rolle konnte Vujcic den mongolischen Solotänzer Odsuren Dagva gewinnen. In 'Shela's Escape' hilft er der an sich selbst zweifelnden Shela, ihren Traum zu verfolgen und nicht aufzugeben.


Düsseldorf als Filmmetropole?

Wir trafen  Filmregisseur Tomislav Vujcic zum Interview. Auf die Frage, ob Düsseldorf eine Metropole für Filmproduktionen sei, sagt er, er sei einfach hier geboren und habe nie das Bedürfnis gehabt, nach Berlin oder München zu ziehen. Tatsächlich scheint Vujcic hier gut vernetzt zu sein. Der ehemalige Oberbürgermeister Dr. Geisel beauftragte ihn mit der Produktion seiner Weihnachtsgrüße. Im Jahr 2023 feierte Vujcics Film „W.E.S.“ im Bambi-Kino seine Premiere. Das Projekt, das von der kroatischen Botschaft unterstützt wurde, schildert die Odyssee eines jungen Mannes auf der Suche nach sich selbst im Streetstyle. Es geht um Drogen, Geld, Sex, Liebe und Kampfsport. 


Eigentlich ist er Kampfsportler

Kampfsport sei eines seiner Hauptthemen, sagt Vujcic dem Alethea Magazine. Er selbst sei als Kampfsportler aufgewachsen. Seine Vorbilder, die auch seine spätere Filmkarriere begründen sollten, waren Bruce Lee, der bekanntlich Philosophie studierte, und Sylvester Stallone, der das Drehbuch zu Rocky selbst schrieb. Vujcic studierte zunächst Gesundheitsmanagement und arbeitete in diesem Bereich. Dann wagte er den Sprung und studierte Filmkunst. Eine Entscheidung, die ihm  in finanzieller Hinsicht sehr viel abverlangt habe und riskant gewesen sei. Aber eine, die sich offenbar gelohnt hat. Vujcic schloss sein Studium als Jahrgangsbester ab und sein Abschlussfilm wurde mit einem Preis ausgezeichnet. Spätere Produktionen, wie zum Beispiel ein Martial-Arts-Film, wurden ebenfalls ausgezeichnet.


Inspiration

Woher  er seine tägliche Inspiration nimmt? Oft, wenn er beim Sport Musk höre, kämen ihm Ideen. Einzelne Mosaike fügten sich schließlich zusammen, bis ein Drehbuch entstünde. 


Vom Kampfsport zur Mode

Überraschenderweise habe er ursprünglich ein anderes Drehbuch in der Tasche gehabt, so Vujcic. Gemeinsam mit der Düsseldorfer Mode-Influencerin Salomé Chaboki beschloss er aus einem spontanen Impuls, die Handlung zu ändern und in der Modewelt anzusiedeln. Das Ergebnis war 'Shela's Escape'. Vujcic sagt, er wollte zeigen, dass es manchmal Mut brauche, anders zu sein. Mit 'Shela's Escape' wolle er ein Zeichen gegen die Tabuisierung von Makel und gegen Perfektion setzen. Shela würde zunächst vor der Entscheidung fliehen, ihre Angst zu überwinden, aber „auf der anderen Seite der Angst wartet etwas Wunderbares“, sagt Vujcic.


Ein schmaler Grat

Das sei auch beim Filmemachen der Fall. „Das Filmgeschäft ist unglaublich hart. Es gibt viel zu überwinden und man braucht das richtige Drehbuch, die richtigen Leute und einfach eine Menge Departments“. Es sei eben ein sehr schmaler Grat, um seine Vision am Ende durchzusetzen, so der Filmregisseur. Wann sein Film "Shelas Escape" dem großen Publikum gezeigt werden kann, das vermochte er leider noch nicht zu sagen. Wir haben den Film gesehen und können durchaus sagen: Das Warten wird sich lohnen.

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